Spenden für Bücherrestaurierungen

Den ältesten Bestand der historischen Bibliothek bilden die Ausgaben aus der Zeit der Frühen Neuzeit (16. bis 18. Jahrhundert). Viele dieser Bibeln sind, aufgrund der starken Gebrauchs- und Benützungsspuren, in einem Zustand, der eine Restaurierung unumgänglich macht. Hierbei handelt es sich zumeist um gebrochene Buchdeckel; die Buchblöcke sind großteils intakt.

 

Freilich: Das Budget der Bibelgesellschaft – deren Arbeit sich nahezu ausschließlich aus Spenden finanziert – erlaubt es nicht, Restaurierungen im großen Rahmen durchführen zu lassen. Um wenigstens die Buchblöcke in ihrem Zustand erhalten zu können, bittet die Österreichische Bibelgesellschaft um Spenden, um zumindest die Buchdeckel restaurieren bzw. neue Buchdeckel im alten Stil anfertigen lassen zu können. Es ist auch möglich, die Patenschaft für eine historische Bibel der eigenen Wahl zu übernehmen. Einige „Kandidaten“, die auf einen restaurierten bzw. neuen Buchdeckel warten, möchten wir Ihnen kurz vorstellen.

 

1. „Biblia Sacra Utriusque Testamenti“, eine lateinische Bibel aus dem Jahr 1527, gedruckt in Nürnberg. Das Titelbild präsentiert einen Holzschnitt mit biblischen Szenen (Moses empfängt die 10 Gebote, Jesus und die Jünger, Paulus sowie die Symbole der vier Evangelisten). Hier ist der Buchblock in der Mitte gebrochen, beide Teile aber intakt. Die Buchdeckel (gepresstes braunes Leder auf Holz mit Renaissance-Metallauflagen und –ecken) haben sich vom Buchblock gelöst.

 

2. „Biblia Sacra Vulgatae Editionis“, eine lateinische Bibel aus Frankreich, gedruckt in Lyon, aus dem Jahr 1710. Auf dem Titelblatt findet sich eine Darstellung eines biblischen Palastes oder Tempels. Als besonderes Highlight enthält die Bibel das auf Französisch abgefasste Druckprivileg Ludwigs XIV. (1638-1715). Hier ist der hintere Buchdeckel abgebrochen, der vordere ist in der rechten unteren Ecke beschädigt (originaler Barockeinband).

 

3. Barocke Lutherbibel im Taschen(hoch)format, gedruckt in Nürnberg 1743; der Titelkupferstich zeigt Moses mit den Gesetzestafeln. Der Buchblock ist intakt, der Einband jedoch gebrochen, der vordere Buchdeckel fehlt.

 

4. Luther-Bibel, gedruckt Wien 1783, aus der ersten Generation der Bibeldrucks nach dem Toleranzedikt Josephs II. von 1781, Goldschnitt mit Louis-Seize-Einband (Blümenkörbe und –girlanden). Bei dieser Ausgabe ist der vordere Buchdeckel abgebrochen.

 

Bitte helfen auch Sie mit, historische Bibeln auch für die nächsten Jahrhunderte zu erhalten! Lassen Sie alte Bibeln im neuen Glanz erstrahlen!